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Seide – Luxus auf der Haut

Seit jeher träumen die Menschen von edlen Gewändern aus kostbaren Materialien. Die Seide ist dabei seit vielen Jahrhunderten der begehrteste Stoff, aus dem diese Träume gemacht werden. Als echtes Naturprodukt, edel und mit vielen hervorragenden Eigenschaften ausgestattet, war sie zu allen Zeiten begehrt und – teuer!

Herkunft und Gewinnung von Seidenfäden

Die Gewinnung von Seidenfasern ist ein aufwändiger, zeit- und arbeitsintensiver Prozess.

Seidenspinnerraupe mit Kokon

Seidenspinnerraupe mit Kokons

Die Faser wird aus den Kokons der Seidenraupen gemacht, die diese für ihre Verpuppung spinnen. Das Abrollen der glatten, glänzenden und langen Faser ist ein Handwerk, das man schon vor Jahrtausenden in China kultiviert hat und das im 6. Jahrhundert auch Einzug nach Europa gehalten hat. Bevor man die Produktion von Seidenprodukten auch in Europa begann, wurden diese über die berühmte Seidenstraße von China nach Europa transportiert. China ist noch heute ein Haupterzeugerland für Seide, neben Japan und Indien.

Die Seidenfäden werden im Verarbeitungsprozess von den Kokons der Larve des Seidenspinners „gehaspelt“. Hierbei werden 3-8 Kokons gleichzeitig abgewickelt, die dann zusammen einen sogenannten Seidenfaden bilden. Um 250 Gramm Seidenmaterial zu erzeugen, braucht man ca. 3000 Kokons, das entspricht einem Rohmaterialgewicht von 1kg.

Die Produktion von Seidengarnen

Um Seide in Garnform zu produzieren, werden mehrere Seidenfäden miteinander verzwirnt. Beim Verzwirnen werden die Seidenfäden verdreht und mit weiteren Seidenfäden zusammengeführt. Das Verzwirnen kann in sehr unterschiedlicher Technik und Intensität geschehen. Seidengarne kann man deshalb sowohl als feinste, fest gezwirnte Garne herstellen, die man für das Weben filigraner Seidenstoffe benutzt, als auch lose, voluminösere und dickere Garne herstellen, die sich für das Häkeln und Stricken eignen.

Seidenkokon

Seidenkokons

Die Qualität des Seidengarns wird auch bestimmt durch den Teil des Fadens vom Kokon, der verarbeitet wird. Aus den äußeren Teilen des Kokons wird die Schappe-Seide gewonnen. Durch Kämmen und anschließendes Verzwirnen wird Schappeseide oft zu maschinentauglicher Nähseide verarbeitet.
Beim Kämmen werden die Fasern zwischen 10mm und 50mm aussortiert und zu Bouretteseide weiterverarbeitet. Sie ist von Knötchen durchsetzt und eher glanzlos. Die kurzen Fasern sind rau, deshalb wird Bourettegarn dann eher griffig. Der ihm eigene Geruch ist ein Qualitätsmerkmal und verfliegt nach einer Weile. Aus dem mittleren Teil wird die hochwertige, glatte Haspelseide gewonnen. Die Länge des Fadens kann bis zu 3000m betragen.

Eigenschaften der Seidenprodukte

Gewebe und Gestricke aus Seidenfasern haben einen besonders edlen Glanz und ihre besondere, kühle Haptik erzeugt auch ein einzigartiges Geräusch – den sogenannten „Seidenschrei“.
Seidenfilamente bieten besonders bei der Verarbeitung zu Bekleidung einen sehr guten Tragekomfort. Die Kleidungsstücke sind leicht, geschmeidig und fein. Sie isolieren sehr gut und sind sehr saugfähig. Ferner trocknen sie schnell und bieten sowohl bei Wärme als auch bei Kälte ein angenehmes Tragegefühl. Verglichen mit anderen Naturmaterialien wie z. B. Leinen oder Baumwolle, sind sie zudem sehr knitterarm. Seidenprodukte sind fest und elastisch und eignen sich hervorragend, um sie zu robusten aber komfortablen Kleidungstücken zu verarbeiten.

Seidenbasis als Strick- und Häkelgarn

Seidengarne zum Häkeln und Stricken sind nach der Verzwirnung weniger elastisch. Sie sind sehr glatt und fließend und eigenen sich besonders zum Stricken loser Pulloverformen oder Jacken. Für sehr körpernahe Formen sind Garne auf Seidenbasis weniger geeignet, da sie nicht mehr elastisch genug sind und außerdem „ausbeulen“ können. Auch für Strickartikel, die etwas Stand brauchen, wie z. B. Mützen, ist sie weniger geeignet.

Hervorragend geeignet ist Seidengarn jedoch für die aktuellen Oversize-Pulloverformen, die durch überschnittene Schultern und weite Ärmel sowie einen weichen Fall wieder stark im Trend sind.

Auch perfekt lassen sich Strickmuster mit Lace- oder Ajour-Motiven in Seidenstrickgarnen umsetzen. Besonders beliebt sind diese Stricktechniken aktuell beim Stricken von Dreieckstüchern oder Stolen, für die die Seidenstrickgarne hervorragend geeignet sind. Der besondere Glanz und der lässige Fall der Seidenprodukte machen diese Strickartikel besonders attraktiv.

Pflege von Artikeln aus Seidenstrickgarnen

Wie für gewebte Seidenstoffe, so gilt auch für Seidengestricke, daß sie von Hand gewaschen werden sollten, am besten mit einem Feinwaschmittel. Seide sollte man nicht allzu lange im Wasser liegen lassen und auch nur lauwarm waschen. Am besten drückt man den gewaschenen Seidenartikel in einem Handtuch aus und trocknet ihn dann liegend, da sich Seide sonst schnell aushängen kann.

Da Seide sehr preisintensiv ist, wird sie sehr häufig mit anderen Fasern verblendet. Eine Auswahl von tollen Seidengarnen finden Sie in der folgenden Galerie:

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